Geschichte
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Geschichte des Prämonstratenser Kloster Barthe

Das Kloster "Barthe" wurde zwei Kilometer nordöstlich der bäuerlichen Ortschaft Hassla (Haselwald) heute Hesel, 1202 gegründet.
Der Name stammt aus der vorchristlichen Siedlung "Birgithi". Das fast ausschliesslich von Prämonstratenserinnen bewohnte Kloster galt zwar als arm, doch waren die 140 Nonnen als Helfer in Haus, Hof und Familie stets willkommen.

Barthe verfügte über mehr als 4000ha Grundbesitz, meist Ödland. Große Teile der jetzigen Gemeinden Hesel, Neuemoor, Firrel und Schwerinsdorf lagen im direkten Einflußbereich der Klosterverwaltung.
Als 1604 die letzte Nonne starb, wurde aus dem Klostergut ein gräflich ostfriesisches, später ein preußisches Landgut.
Viele Jahre diente es als "Gasthaus", in dem arme Menschen gegen gewährung von Kleidung, Wohnen und Verpflegung arbeiten konnten.

Die gräfliche Herrschaft weilte oft zur Jagd im Gutshof.
Bis 1680 waren alle Gebäude noch vollständig erhalten. Zusätzlich entstand 1735 am südlichen Waldrand, nahe der Delle (heute Dellert) ein eigenes herrschaftliches Jagdhaus, nachdem unser Restaurant - Jagdhaus Kloster Barte - gennant wurde.

Nach zunehmender Versteppung nach umfangreicher Abholzungen rings um das Kloster und der damit verbundenen Überwehung landwirtschaftlicher Kulturflächen, wurden Jagdhaus und Gutshof aufgegeben und von ihren Bewohnern verlassen. Das noch brauchbare Eichenholz und die handgebackenen Steine der Abbruchgebäude fanden verwendung bei der Errichtung von Häudern sowie 1842 zur Befestigung des Alten Postweges von Hesel nach Schwerinsdorf.
Dünensand überdeckte 1891 in einem heftigen Sturm im heutigen "Nationalpark Altes Kloster" die restlichen Ruinen.

Die dem Gutshof Kloster Barthe verbliebenen Ländereien von knapp 1000ha wurden unter der beratenden Aufsicht des damaligen Forstmeisters Eberhard Lantzius Beninga (1848 bis 1902) und zum Teil auch schon unter Anleitung seines Vaters Bojung Lanzius Beninga wegen landwirtschaftlicher Unbrauchbarkeit von der staatlichen Domänenverwaltung aufgeforstet. Das im Jahre 1846 auf dem Boden der ehemaligen Schäferei neu erbaute Domänengebäude südlich der Bundesstraße nach Olenburg erhielt 1875 den Status einer Försterei. Der Heseler Wald lieferte über viele Jahrzehnte Holz und bot für viele kleine Landwirte eine Arbeitsmöglichkeit beim Holzeinschlag in den Wintermonaten. Der Orkan vom November 1972 zerstörte den Wald größtenteils. Über 70% der Alzholzflächen brachen zusammen. Danach ließen länger anhaltende Trockenperioden fast die gesamte Altfichte absterben. Das zweite Waldsterben setzte ein. Große Anstrengungen wurden seitenes der Forstverwaltung bisher unternommen, die Kahlflächen wieder aufzuforsten, um den Wald zu erhalten.

Dem allgemeinen Bedürfnis Rechnung tragend, wurden nach dem Orkan 1972 zusätzlich umfangreiche Wanderwege (Keierpfade) angelegt. Abgelegene Waldteile sind als Wildruhezonen für Dammwild, Reh und Hase ausgeschildert, und für die Kleinlebewelt wurden zehn Feuchtbiotope geschaffen.

Ein Besuch des Heseler Waldes, ein Spaziergang zum "Alten Kloster" mit dem neu eingerichteten botanischen Forstgarten, zum Forsthaus mit der ältesten Kaninchen-/ Zwerg-Rauhhaardackelzucht Deutschlands, zum öffentlichen Grillplatz oder zum Naturwald am Dellert lohnt sich bei jedem Wetter. Parkplätze am "Spielplatz" an der Bundestraße und am "Silbersee" sind ausreichend vorhanden. Eine Wanderpadkarte und die dazugehörige Waldbeschreibung sind in jedem Heseler Restaurant erhältlich. Die stetig wachsende Besucheranzahl ist der beste Beweis für die nach wie vor große Beliebtheit und die lebensnotwendige Erhaltung des Heseler Waldes.

Die Gemeindeverwaltung Hesel, das Staatliche Forstamt Aurich, der Heimat- und Verkehrsverein Hesel sowie die beiden Heseler Hotel- und Restaurationsbetriebe wünschen allen Gästen ruhige und erholsame Stunden im Herzen Ostfrieslands.




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